Blog-Beitrag

20 Jahre Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, die entwicklungs- und friedenspolitische Organisationen und NGOs aus der Menschenrechtsarbeit und Humanitären Hilfe vereint, wurde Anfang des Jahres 20 Jahre alt. Den Geburtstag feierte sie mit einer Veranstaltung in der Evangelischen Akademie Loccum.
Von Dr. Martina Fischer am 11.04.2018 - 17:47
Dr. Martina FischerReferentin für Frieden und Konfliktbearbeitung
+49 (0) 30 65211-1420E-Mail: martina.fischer@brot-fuer-die-welt.de
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Jahrestagung der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Die Tagung, die gemeinsam von der "Plattform"  und vom Konsortium Ziviler Friedensdienst ausgerichtet wurde, stand unter dem Motto: "Berufe(n) für den Frieden. Aktuelle und zukünftige Herausforderungen einer Profession“. In den ersten beiden Abschnitten wurde auf zwei Jahrzehnte Friedens- und Konfliktarbeit zurückgeblickt und Bilanz gezogen, und im letzten Teil wurden aktuelle Herausforderungen diskutiert. Die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung wurde 1998 in Bad Honnef gegründet. Akteure aus kirchlichen Einrichtungen (z.B. Werner Lottje, damals Leiter des Diakonischen Werks, Jörg Calließ, damals Studienleiter an der Ev. Akademie Loccum), sowie aus der Friedensforschung (z.B. Norbert Ropers, damals Leiter des Berghof Forschungszentrums für konstruktive Konfliktbearbeitung) haben maßgeblich auf diesen Zusammenschluss hingewirkt. In der Charta der Plattform wurden wichtige Ziele festgeschrieben. Neben dem Austausch der unterschiedlichen Arbeitsfelder wird der Vorrang ziviler Instrumente für die Prävention und Transformation von Gewaltkonflikten und für Friedensförderung betont, für den sich die Teilhabenden engagieren. Brot für die Welt ist nicht nur Mitglied der Plattform sondern hat diese auch über Jahre hin aktiv finanziell gefördert.

Unter den Tagungsmitwirkenden bestand Einverständnis darüber, dass die Plattform zu einem Austausch der unterschiedlichen Milieus (Frieden, Menschenrechte, Entwicklung usw.) und einer Reihe von Lernerfahrungen beigetragen habe, und dass der Zusammenschluss eine effektivere Lobbyarbeit im Dialog mit der Politik ermöglicht habe. Konsens bestand auch darüber, dass in den vergangenen beiden Dekaden mit dem Aufbau diverser Einrichtungen für zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung eine enorme Professionalisierung erfolgt und neue Berufsbilder entstanden seien. In den Workshops der Tagung diskutierten Aktivistinnen aus der Frauenfriedensbewegung mit Fachkräften aus dem Zivilen Friedensdienst (ZFD), Repräsentant/innen des Zentrums für internationale Friedenseinsätze (ZIF) und Trägern der Entwicklungszusammenarbeit. Von den PanelistInnen, gerade aber auch aus den Reihen der Teilnehmenden kamen wichtige Anregungen, Impulse und Wünsche für die zukünftige Arbeit.

Friedenslogik vs. Sicherheitslogik

Ein Verdienst der Plattform ist es überdies, dass sie Analyse und Praxis näher zusammengebracht hat. Als eine wichtige Herausforderung betrachteten die Teilnehmenden weiterhin die Aufgabe, der zunehmenden Sicherheitslogik in der deutschen und europäischen Außenpolitik etwas entgegenzusetzen und Alternativen zu entwickeln, die sich an "Friedenslogik" orientieren. Unter diesem Titel hatte die Plattform 2016 ein von IFA/ZIVIK unterstütztes Projekt auf den Weg gebracht, das Aktivitäten der Mitglieder und Ansätze aus Forschung und Praxis in einen Austausch bringen soll. Einige Teilnehmende wünschten sich überdies eine Re-Politisierung derFriedensforschung, die Menschen in der Praxis und Bewegung zusätzliche Impulse liefern solle.

 

Neue und alte Gesichter und Funktionen

Die langjährige Geschäftsführerin der Plattform, Christiane Lammers, die in den vergangenen zehn Jahren mit großem Engagement und persönlichem Einsatz die Plattform inspiriert und weiterentwickelt hat, verabschiedete sich mit einem "Kölschen Abend". Musikalische Unterhaltung und eine umfangreiche Illustrationen zur Geschichte der Plattform trugen zu einer lebendigen Veranstaltung bei, die Mut machte und einen guten Auftakt bildete für die nächsten 20 Jahre. Das Plenum der Plattform hat als neue Geschäftsführerin Ginger Schmitz bestätigt (ginger.schmitz@konfliktbearbeitung.de;  koordination@konfliktbearbeitung.net). Beate Roggenbruck unterstützt die Plattform bei der Umsetzung des Projekts "Friedenslogik", und Elise Kopper wird ihre Arbeit als Assistentin der Geschäftsführung fortsetzen.

Dr. Ute Finckh-Krämer (vormals MdB) und Christoph Bongard (Forum ZFD) wurden zu Ko-Vorsitzenden des SprecherInnenrates gewählt, der weiterhin von Sven Reuter (Vorsitzender des Trägervereins), Prof. Angela Mickley, Dr. Volker Kasch und Dr. Wolfgang Heinrich besetzt wird. Zum 1. Mai 2018 bezieht die Plattform ein neues Büro in Berlin. Die nächste Jahrestagung soll vom 22.-24. März 2019 in der Evangelischen Akademie Bad Boll stattfinden.

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