Blog-Beitrag

Bula Bonn!

Berauschende Eröffnung der COP23 durch die Fidschi-Präsidentschaft unterstützt durch die deutsche Bundesregierung.
Von Sabine Minninger am 06.11.2017 - 17:25
Sabine MinningerReferentin für Klimapolitik
+49 (0) 30 65211-1817E-Mail: sabine.minninger@brot-fuer-die-welt.de
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Offizielle Eröffnungsfeier der 23. Weltklimakonferenz in Bonn
Umweltministerin Hendricks nimmt an der Kava-Session der Fidschi-Präsidentschaft teil

Sehr feierlich und würdig hat die Präsidentschaft des kleinen pazifischen Inselstaates heute in Bonn die 23. Weltklimakonferenz eröffnet. Die Vorhaben ist ambitioniert: Sie wollen den Pariser Klimavertrag nicht nur pflichtgemäß umsetzen, sondern in der Kür. Ihr Ziel ist es, die globale Erwärmung nicht nur auf weit unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, sondern ganz klar unter 1.5 Grad. Frank Bainimarama, der Regierungschef von Fidschi, hat dies nochmal klar gestellt. Das Überleben der vulnerablen Inselstaaten sei davon abhängig, dass die Weltgemeinschaft das Paris-Abkommen am oberen Ende anpacken und nicht am unteren!

Deutschland ist nicht Gastgeber der COP23, aber auch in der Eröffnungszeremonie wurde deutlich, wie stark Deutschland in die Fidschi-Präsidentschaft mit einbezogen wird. Umweltministerin Barbara Hendricks hat die Zeremonie mit eröffnet und auch eine Kava-Session traditionell und festlich mitgemacht. Die Kava-Zeremonie besteht daraus, dass man aus der Kava-Pflanze, die man auch Rauschpfeffer nennt, ein Pulver herstellt und dieses mit Wasser aufgießt. Mit Hilfe einer halben Kokosnussschale wandert der Bräu im pazifischen Raum abwechselnd zu den Teilnehmern der Session, die dies aus medizinischen, religiösen, politischen, kulturellen und/oder sozialen Zwecken zelebrieren.

Die Wirkung ist ab einer gewissen Dosis berauschend. Eine halbe Kokosnussschale Kava-Bräu wird aber weniger ausrichten, als ein kleines Kölsch zu trinken. Frau Hendricks hat den nicht wohlschmeckenden Bräu (eigene Erfahrung) sehr gut runterbekommen und die Zeremonie mit Würde mitbegleitet.

Zudem hat Deutschland zum Auftakt der COP23 heute durch eine sehr wichtige vertrauensbildende Maßnahme den Ton und die Moral für die Verhandlungen gesetzt: Die Bundesregierung hat zum Auftakt der Bonner Weltklimakonferenz angekündigt, Entwicklungsländer mit weiteren 100 Millionen Euro bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen: Das Bundesumweltministerium sagte 50 Millionen Euro für den Anpassungsfonds zu. Das Bundesentwicklungsministerium gibt 50 Millionen Euro in den "Least Developed Countries Fund (LDCF)", der gezielt die ärmsten Länder bei der Klimaanpassung unterstützt.

Es ist sehr hilfreich, wenn direkt am Anfang den ärmsten und verletzlichsten Staaten ein Signal der Solidarität gesetzt wird. Es bleibt zu hoffen, dass hier in Bonn starke Allianzen geschmiedet werden, die trotz des Ausstiegs der USA aus dem Pariser Abkommen für weitere Ambition bei der Umsetzung der in Paris vereinbarten Klimaziele helfen.

Wünschenswert wäre eine Allianz von Deutschland und der EU mit dem Climate Vulnerable Forum (CVF). Das Forum besteht aus Ländern, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Viele von ihnen spüren bereits die Auswirkungen der globalen Erwärmung durch ansteigenden Meeresspiegel oder zunehmende Dürren. In dem Forum sind zurzeit (Anfang 2017) 43 Länder aus Afrika, Asien, der Karibik und dem Südpazifik versammelt.

Um aber glaubwürdig Allianzen mit besonders ambitionierten Staaten eingehen zu wollen, bedarf es auch zu Hause seine Hausaufgaben zu machen: Deutschland muss den Ausstieg aus der Kohle sofort beschließen.

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