Blog-Beitrag

„Entwicklungsagenda nicht von außen aufdrücken“

Mit einem Marshall-Plan möchte das BMZ im Kontext der deutschen G20-Präsidentschaft Afrika zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verhelfen. „Ja, aber“ sagen viele afrikanische Fachleute. Entwicklungspolitische Initiativen aus den Industriestaaten sollten sich an afrikanischen Vorgaben orientieren.
Von Andreas Behn am 12.06.2017 - 21:29
Andreas BehnFreier Mitarbeiter

Fanwell Kenala Bokosi
Fanwell Kenala Bokosi

Wirtschaftswachstum und Entwicklung für Afrika ist ein Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat ein weiteres Afrikakonzept vorgelegt, um Afrikas durch inklusives und nachhaltiges Wachstum zu stärken. Der „Marshall-Plan mit Afrika“ soll die entwicklungspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Afrika neu ordnen. Die Bundesregierung hofft, dass die Zukunft Afrikas beim Gipfeltreffen im Juli ein zentrales Thema werden wird. Dazu hat das Bundesfinanzministerium bereits den „Compact with Africa“ vorgeschlagen - eine internationale Initiative, mit der durch die Förderung ausländischer Privatinvestitionen die Infrastruktur und die Beschäftigungslage in Afrika verbessert werden soll.

„Jede Agenda zur Förderung der Entwicklung Afrikas sollte von Menschen und Organisation unseres Kontinents ausgehen und nicht von außen aufgedrückt werden“, ist der erste Gedanke, der Fanwell Kenala Bokosi angesichts der G20-Afrikapolitik durch den Kopf geht. Er ist Direktor von Afrodad, einer Organisation in Zimbabwe, die sich für Entschuldung und gerechte Entwicklung in den Ländern Afrikas einsetzt.

Trotz dieses Vorbehalts glaubt Kenala Bokosi, dass die Initiativen neuen Schwung in die entwicklungspolitische Debatte bringen kann. Bestehende Widerstände gegen die G20-Vorschläge könnten ausgeräumt werden, sofern sie mit bereits bestehenden Initiativen der Afrikanischen Union wie der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) oder dem African Peer R