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Feliz Navidad. Prospero ano y felicidad

Henriette ist schon seit fast fünf Monaten in Costa Rica. Bisher hat sie sich wie im Sommer gefühlt, da es in San José meistens angenehme 25 Grad sind und man immer im T-Shirt rumlaufen kann. Deshalb kam bei ihr im Dezember nicht so richtig Weihnachtsstimmung auf, da es dafür einfach zu warm war.
Von Klaus Ehrlich am 30.01.2018 - 16:44
Klaus EhrlichReferent Personalmarketing

Eigentlich hat hier Weihnachten schon im November angefangen. Seitdem hängen in ganz San José Lichterketten in den Straßen und die Schaufenster der Geschäfte sind überfüllt mit kitschigen Weihnachtsschmuck. Außerdem ist jedes dritte Haus mit bunt blinkenden Lichterketten zugehängt und in jedem Wohnzimmer steht ein kleiner Plastikweihnachtsbaum, den man fast nicht mehr sieht, weil er mit tausenden von Schleifen und Weihnachtskugeln geschmückt ist.

Auch in der Kindertagesstätte in dem Armenviertel La Carpio, wo ich arbeite steht einer dieser Weihnachtsbäume, die man vor lauter Schmuck nicht mehr sieht. Um den Kindern einen Teil unserer deutschen Weihnachtstraditionen zu zeigen, haben wir Freiwilligen einen Adventskalender für die Kinder gebastelt. Jeden Tag wurde ein Kind gelost, das eins der kleinen Geschenke öffnen durfte.

In der Kindertagesstätte Casa Abierta arbeiten außer mir und meinem Mitfreiwilligen Max von Brot für die Welt noch drei weitere Freiwillige von Mission EineWelt. Wir fünf Freiwilligen sind so eingeteilt, dass immer zwei oder drei Freiwillige an einem Tag zusammenarbeiten. Wenn wir nicht in der Casa Abierta arbeiten, sind wir in vielen anderen Projekten unserer Partnerorganisation ILCO (Iglesia Luterana Costarricense) tätig. Wir sind aber nicht nur Arbeitskollegen, sondern leben auch zusammen in einer 5er-WG, die sich direkt über dem Büro der ILCO befindet.

Das Büro der ILCO habe ich zusammen mit meiner Arbeitskollegin mit Tannengirlanden, Weihnachtskugeln, Engeln und einer Krippe geschmückt, wobei die blinkenden Lichterketten natürlich auch nicht fehlen dürfen. Von noch mehr Lichterketten konnte ich meine Kollegin ein Glück abhalten.

Auch unsere WG haben wir versucht auch etwas weihnachtlicher zu gestalten. Wir haben einen Adventskranz zusammen mit der Jugendgruppe von La Carpio gebastelt und hören seid Anfang Dezember die Weihnachtslieder auf Dauerschleife, die auch in jedem Kaufhaus und in in den öffentlichen Bussen aus den Lautsprechern tönen.

Außerdem haben wir am ersten Advent mit der Jugendgruppe aus Alajulita deutsche Butterplätzchen gebacken, was sehr viel Spaß gemacht hat. Am zweiten Adventswochenende gab es einen kleinen Markt im parque central, wo man selbstgebackenes, handgenähtes und Schmuck kaufen konnte, was mich ein wenig an die Weihnachtsmärkte in Deutschland erinnert hat.

In der vorletzten Woche vor den Weihnachtsferien haben wir mit den Kindern der Casa Abierta einen Ausflug in das „Iglu“ gemacht. Dabei handelt es sich um eine kleine Halle, in der ein Iglu aus Kunstschnee und ein kleine Rodelbahn aufgebaut ist. Für die Kinder war dieser Ausflug ein großes Ereignis, da viele Schnee nur aus dem Fernsehen oder aus Büchern kennen.

Die letzten paar Tagen vor den Ferien bestanden dann nur noch aus Ausflügen. Ein weiterer Ausflug mit der Kindertagesstätte in einen Spielpark mit Schwimmbad, einen Ausflug mit allen Mitarbeitern der ILCO in einen Naturpark, wo man in einem Wasserfall baden gehen konnte und einen Ausflug mit unseren drei Arbeitskolleginnen aus der Casa Abierta an den Strand.

Die Weihnachtstage habe ich in der Gastfamilie von meiner Mitfreiwilligen Katja verbracht, die im Süden Costa Ricas in dem  kleinen Dorf Altamira lebt. Wir haben mit ihrer Gastfamilie an Heiligabend zu Abend gegessen, was ein richtiges Festmahl war, da extra für Weihnachten eins der Schweine geschlachtet wurde.

Am ersten Weihnachtsfeiertag waren Katja und ich von einer Freundin, einer ehemaligen Süd-Nord-Freiwilligen von Brot für die Welt, eingeladen worden, zu ihrer Familienfeier mitzukommen. Auch ihre Familie hatte ein Schwein geschlachtet, aber ein Glück kamen wir erst an, als das Schwein schon tot war. Den Tag über haben wir uns viel mit ihren 35 Cousins und Cousinen unterhalten, gegessen und natürlich Fußball gespielt. In Costa Rica wird zu jedem Anlass Fußball gespielt, sobald sich genug Spieler finden. Am späten Nachmittag waren wir dann noch im nahegelegenen Fluss baden.

Weihnachten war für mich dieses Jahr sehr anders und gar nicht so, wie ich es von zu Hause kenne, aber die Möglichkeit die Weihnachtsfeiertage in Costa Rica zu verbringen, bekommt man auch nicht jedes Jahr.

Silvester habe ich mit ein paar anderen Freiwilligen an der Karibikküste in Puerto Viejo gefeiert. Am Strand gab es ein großes Feierwerk, wo auch Lampions steigen gelassen wurden. Somit habe ich nicht nur ein schönes Weihnachtsfest in Costa Rica verbracht, sondern auch Neujahr hier gefeiert.

Text: Henriette Schulz

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