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„Handel darf nicht zu Armut führen“

Partnerstimmen zur 11. WTO-Ministerkonferenz: „Internationale Handelsregeln dürfen nicht mit den UN-Nachhaltigkeitszielen im Widerspruch stehen, indem sie mittels Marktöffnung arme Länder ihrer Entwicklungschancen berauben“, sagt Yvonne Takang von der Organisation ACDIC in Kamerun.
Von Andreas Behn am 10.12.2017 - 19:16
Andreas BehnFreier Mitarbeiter

Yvonne Takang
Yvonne Takang

Erwartungen an die WTO-Konferenz
Wie sind auf dieser Konferenz, um Druck zu machen, dass Entwicklungsländer bei den internationalen Handelsregeln gebührend berücksichtigt werden. Es geht beispielsweise darum, dass die Handelsregeln nicht mit den UN-Nachhaltigkeitszielen in Widerspruch geraten. Themen wie Armutsbekämpfung oder regionale Integration müssen einen größeren Stellenwert bekommen. Auch darf eine Öffnung der Märkte nicht dazu führen, dass unsere Entwicklungschancen beschnitten werden.

Folgen des Freihandels in Kamerun
Kamerun ist der WTO als eines der ersten Länder bereits 1995 beigetreten. Weitere Wirtschaft-Partnerabkommen wurden unlängst unterzeichnet und seit gut einem Jahr umgesetzt. Und wir spüren bereits die negativen Folgen der vereinbarten Freihandels-Richtlinien. Zum Beispiel hat Kamerun durch gesenkte Einfuhrzölle bereits in wenigen Monaten Einnahmeverluste in Millionenhöhe zu verzeichnen. Zolleinnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der Staatseinnahmen. Wenn wir also Armutsbekämpfung und Handelspolitik in Einem betrachten ist festzustellen, dass die von der WTO vorangetriebenen Regeln für uns deutliche Nachteile bedeuten. Da die Staatseinnahmen sinken, steigt die Armut im Land an.

Was muss verändert werden
Die Regeln der weltweiten Handelspolitik müssen verändert werden. Einem Land wie Kamerun muss gestattet werden, erst einmal lokale Produktion und lokale oder regionale Märkte aufzubauen, bevor es sich der internationalen Konkurrenz auf dem Weltmarkt stellt.

 

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