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Hintergründe zum Äthiopien-Projekt

Über Kommentare via Twitter und Facebook wurde Brot für die Welt auf ein Problem mit der Projektvorstellung zur Unterstützung von Kleinbauern in der Region Gambela/Äthiopien aufmerksam gemacht. Hier die Klarstellung.
Von Kirsten Schwanke-Adiang am 05.02.2019 - 17:10
Kirsten Schwanke-AdiangBildredakteurinmehr zur Person

Auf der Website von Brot für die Welt wird Okello Kwot vorgestellt, ein Kleinbauer, den Brot für die Welt mit seiner lokalen Partnerorganisation EEMCY erfolgreich beim Anbau von Mais unterstützt.  In einer Reportage, die bei rural21 Ausgabe 02/2018 erschien, wird derselbe Protagonist vorgestellt, diesmal jedoch unter anderem Namen. Das Thema dieser Reportage ist Landgrabbing. Die Fotos, die in beiden Veröffentlichungen verwendet werden, sind auf alamy.com zu finden, einer Plattform für Stockfotos.

Klarstellung

Nach Rücksprache mit dem Autor Klaus Sieg und dem Fotografen Jörg Böthling stellt sich der Sachverhalt für Brot für die Welt wie folgt dar:

Gemeinsam mit dem lokalen Projektpartner EECMY unterstützt Brot für die Welt in Gambela/Äthiopien Kleinbauern dabei, ihre Ernteerträge zu steigern.  Unter anderem unterstützt das Projekt Okello Kwot bei seiner Arbeit.

Um die Arbeit von Brot für die Welt für Spenderinnen und Spender transparent und nachvollziehbar darstellen zu können, entsendet das Hilfswerk regelmäßig Autoren und Fotografen. Im konkreten Fall wurden Klaus Sieg und Jörg Böthling von Brot für die Welt beauftragt, Geschichten mit dem Fokus auf die erfolgreiche Projektarbeit vor Ort zu recherchieren, zu schreiben und zu bebildern.

Recherchen vor Ort

Auf ihrer Reise recherchierten die beiden Journalisten eine weitere Geschichte, die unabhängig von Brot für die Welt veröffentlicht werden sollte. Die Geschichte „Villagisation –Better living conditions for the population or a pretext land evictions“, veröffentlicht in der Zeitschrift rural 21 (Ausgabe 02/2018), legt den Fokus auf das Thema Landgrabbing. Dabei handelt es sich um ein besonders heikles Thema, da bestimmte  Interessengruppen für menschenrechtlich zu verurteilende und mitunter strafrechtlich zu verfolgende Methoden angeprangert werden. Heikel insbesondere für die Betroffenen von Landgrabbing, da diese Repressionen befürchten müssen, wenn Namen und Geschichten öffentlich werden. Diesem Umstand geschuldet, also um die Menschen vor Ort zu schützen, entschieden sich Autor und Fotograf, in dieser Geschichte keine Klarnamen zu verwenden – auf die Namensänderung wird im Fließtext des Artikels hingewiesen.

Einzelne Fotos hat der Fotograf Jörg Böthling  der Stockfoto-Plattform alamy.com angeboten. Dort wurden diese wiederum ohne Angabe von Klarnamen veröffentlicht, um die Sicherheit der abgebildeten Personen zu gewährleisten.

Mittlerweile wurden die Bilder auf der Plattform gesperrt, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Kein Hybridsamen

Zur Frage, ob es sich bei der auf den Fotos zu sehenden Maissorte um Hybridsaatgut handelt, haben wir von unserem Projektpartner EECMY folgende Information erhalten:

„Weil den  Menschen weniger Land zur Verfügung steht, ist es wichtig, dass sie die  Erträge steigern  und ihre Feldfrüchte diversifizieren. Von uns erhalten sie verbessertes Saatgut für ihre Mais- und Sorghumfelder.  Damit erzielen die Kleinbauern fast die doppelten Erträge. Das Saatgut wurde von  einem Forschungsinstitut in Gambela aus lokalen Sorten entwickelt. Die Pflanzen sind weniger empfindlich gegen Krankheiten, Schädlingsbefall und Unwetter. Es handelt sich aber nicht um Hybridsaat. Die Kleinbauern können aus der Ernte ihr eigenes Saatgut für die nächste Saison  gewinnen. Und sie verbreiten es im Dorf, auch unter Bewohnern, die nicht an unserem Programm teilnehmen. Auch tragen die Kleinbauern aus unserem Projekt ihr neues Wissen weiter, das sie bei Kursen der EECMY gelernt haben.“

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