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Kommentar G20 Future of the Rural World

G20: ONE WORLD – No Hunger. Future of the Rural World, ein kurzer Kommentar aus der Perspektive Saatgut und Gentechnik
Von Stig Tanzmann am 12.05.2017 - 15:34
Stig TanzmannReferent für Landwirtschaft
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In den letzten Monaten scheint eine intensive Annährung des BMZ und der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ an die Bill und Melinda Gates Stiftung und AGRA erfolgt zu sein - oder diese Nähe wird einfach neuerdings klar und offen kommuniziert.

Diese Tendenzen zeigten sich besonders deutlich auf der Konferenz „EINEWELT ohne Hunger ist möglich – Die Zukunft des ländlichen Raums“, veranstaltet im Rahmen der deutschen G20 Präsidentschaft vom 27. bis 28. April 2017 in Berlin. Sie wurde neben Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller eindeutig auch von Vertretern von AGRA und der Bill und Melinda Gates Stiftung dominiert. Sogar ein Buch in der Edition BMZ mit Artikeln unter anderem von Minister  Müller, Melinda Gates und Agnes M. Kalibata (AGRA) ist im Rahmen der Konferenz von den verschiedenen Autoren gemeinsam vorgestellt worden.

Hauptthema der Konferenz, die im Englischen unter dem Titel „Innovation, Youth, Employment - Future of the Rural World“ firmierte, war die Zukunft der Jugend im ländlichen Raum. Saatgut und Gentechnik waren also nicht direkt der Fokus der Konferenz. Aber es lässt aufhorchen, wenn der Bundesminister positiv von einer Grünen Revolution 2.0 spricht und sich zusätzlich positiv auf AGRA und Gates bezieht. Ebenso stimmt nachdenklich, wenn hauptsächlich von Unternehmern und nicht von Menschen oder Bäuerinnen und Bauern gesprochen wird. Auf die differenzierte Diskussion der Entwicklungspotentiale des Geschäftsmodels der Grünen Revolution vor dem Hintergrund der damit verbundenen Risiken für die Menschen in sozialstrukturell vernachlässigten Räumen wartete man bei der Konferenz vergeblich.

Ob sich die Annährung an AGRA und Gates in der Folge auch auf die bisher kritische Position des BMZ zu Gentechnik auswirkt, wird sich zeigen müssen. In jedem Fall sollte kritisch beobachtet werden, wie sich das BMZ in Zukunft in Fragen von Saatgut und Gentechnik orientiert. Ebenso sollten die verschiedenen Kooperationen des BMZ mit Bayer – in Kürze wahrscheinlich Bayer-Monsanto -, unter anderem im Rahmen der Grünen Innovationszentren, in Zukunft sehr genau betrachtet werden. Monsanto ist mit seinem Gentechnik Portfolio schon gut in Afrika verankert und versucht unteranderem den Anbau von GVO Baumwolle und GVO Mais in Afrika weiter voranzutreiben. Bei Mais könnte dies auch Auswirkungen auf die Wertschöpfungsketten der Grünen Innovationszentren z.B. in Nigeria haben.

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