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Neue Kurzstudie: Ambition, Teilhabe und Wirkung

Mit dieser Kurzstudie legen Brot für die Welt und die Friedrich Ebert Stiftung konkrete Vorschläge zur Ausgestaltung der NDC-Partnerschaft vor, damit diese transformativ wirken und zum Katalysator von Ambition, Teilhabe und Wirkung bei der Umsetzung nationaler Klimabeiträge (NDCs) werden kann.
Von Dr. Joachim Fünfgelt am 02.03.2017 - 15:54
Dr. Joachim FünfgeltReferent für Klima und Energie
+49 (0) 30 65211-1054E-Mail: joachim.fuenfgelt@brot-fuer-die-welt.de
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Nachdem das Pariser Klimaabkommen globale Ziele und einen langfristigen internationalen Handlungsrahmen vorgegeben hat, bedarf es jetzt seiner schnellen Umsetzung. Die zentralen politischen Planungsinstrumente für die Umsetzung sind die kurzfristigen nationalen Klimabeiträge (NDCs) für die Jahre 2020 bis 2025 und die langfristigen Klimapläne für den Zeitraum bis 2050 (2050 Pathways Platform). Unterstützungsinitiativen wie die NDC-Partnerschaft können das Erreichen der kurz- und langfristigen Klimaziele fördern.

Die NDC-Partnerschaft wurde auf der UN-Klimakonferenz Ende 2016 vorgestellt. Mit dieser sollen Länder des Globalen Südens unterstützt werden, ihre nationalen Klimabeiträge umzusetzen und gleichzeitig Entwicklungsprozesse zum Erreichen der SDGs anzustoßen. Die NDC-Partnerschaft kann eine wichtige Rolle dabei spielen, die Einbettung der Klimaziele in die viel breiter angelegte Agenda 2030 (SDGs) zu bewirken sowie gesellschaftliche Unterstützung und Teilhabe zu mobilisieren. Denn bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens muss es um weit mehr als nur um Klimaschutz und technische Beratung gehen.

Im Hinblick auf die NDC-Partnerschaft erscheinen dabei 5 Aspekte ausschlaggebend. Erstens müssen die NDCs präzisiert werden. Sie haben noch zu häufig den Charakter von vagen Absichtserklärungen.  Zweitens müssen fachliche Kapazitäten, Wissen und Technologien aufgebaut werden, damit nationale Akteure künftig weit mehr als bislang die Fortentwicklung und Umsetzung der NDCs übernehmen können. Drittens müssen die NDCs, die Langfriststrategien und die Agenda 2030 miteinander verknüpft, in den Mittelpunkt der nationalen Entwicklungsplanung gestellt und vor allem auch ambitioniert umgesetzt werden. Dafür benötigen Länder im Globalen Süden viertens massive finanzielle Unterstützung und hohe Investitionen. Fünftens müssen die nationalen Klimaziele überhaupt bekannt werden.

Die NDC-Partnerschaft hat die Förderung eines breiten Multi-Stakeholder-Engagements zum Prinzip erhoben. Dieser Ansatz ist grundsätzlich richtig, denn Nichtregierungsorganisationen sind unverzichtbar, um Klimaziele und NDCs in die Gesellschaft zu tragen. Weil das jedoch kein Selbstläufer ist, sollten innerhalb der Initiative Maßnahmen entwickelt werden, damit die Zivilgesellschaft auch tatsächlich beteiligt wird. Daraus können wertvolle Chancen für die Umsetzung der NDCs entstehen.

In unserer Kurzstudie "Ambition, Teilhabe und Wirkung" erläutern wir konkrete Empfehlungen zur Ausgestaltung der NDC-Partnerschaft, damit diese transformativ wirken und zum Katalysator von Ambition, Wirkung und Teilhabe bei der Umsetzung der NDCs in Entwicklungsländern werden kann. Als Grundlage für unsere Empfehlungen dienen Interviews mit insgesamt 18 Experten und Expertinnen aus 13 Industrie- und (mehrheitlich) Entwicklungsländern. Die Befragten sind entweder in Ministerien und internationalen Institutionen tätig oder sie arbeiten in Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Denkfabriken, Kirchen, Universitäten, Stiftungen und der Wirtschaft.

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