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News zum Erdüberlastungstag: Das Leben ist schön!

Am 29. Juli 2019 ist der Earth Overshoot Day. Wir beanspruchen die Natur 1,7 mal so schnell, wie sie sich erholen kann. Die Folgen sind übel: Wälder schrumpfen, Arten sterben aus, der Klimawandel schreitet voran. Aber die wichtige Nachricht lautet: Das Leben ist schön! Wir können es bewahren.
Von Johannes Küstner am 11.07.2019 - 14:55
Johannes KüstnerReferent für Bildung
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Schon wieder 3 Tage früher

Am 29. Juli 2019 ist der Earth Overshoot Day, auf Deutsch Erdüberlastungstag. Wir Menschen beanspruchen die Natur 1,7 mal so schnell, wie sie sich erholen kann. Die Folgen sind übel: Wälder schrumpfen, Arten sterben aus, der Klimawandel schreitet voran. Seit den 1970er Jahren beansprucht die Menschheit die Natur im Übermaß. Doch obwohl das Problem seit Jahrzehnten bekannt ist, haben wir den Kurswechsel noch immer nicht geschafft. Der Tag rückt jährlich weiter nach vorn. 2018 war es noch der 1. August. In Deutschland ist der Naturverbrauch überdurchschnittlich hoch. Der deutsche Erdüberlastungstag war dieses Jahr deshalb sogar schon am 3. Mai.

Warum verhindern wir die Katastrophe nicht?

Das fragen jeden Freitag in vielen Orten sogar während der Sommerferien tausende Jugendliche bei Fridays for Future. Sie sind empört – völlig zu recht. Sind wir dumm? Das fragte vor 10 Jahren auch eindrücklich der Film „The Age of Stupid“. Der Film betrachtet im Rückblick die unzähligen Warnungen und die unzureichenden Aktionen. Dann wirft er eine Frage auf, die noch nachdenklicher stimmt: War die Menschheit des frühen 21. Jahrhunderts sich vielleicht nicht sicher, ob sie es wert sei zu überleben?

Das Leben ist schön

Das Festhalten an unzeitgemäßen Wachstumsfantasien, Mobilitäts- und Konsumgewohnheiten hängt auf jeden Fall mit einem Mangel an Achtsamkeit und falsch gesetzten Prioritäten zusammen. Deshalb ist es wichtig innezuhalten und sich bewusst zu machen: Das Leben ist schön! Kinderlachen ist wunderbar. Singen, Tanzen, unter einem Baum in der Hängematte dösen. Das ist alles großartig. Es lohnt sich unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Es wäre schade für uns Menschen, wenn es uns auf diesem Planeten demnächst nicht mehr gibt.

Noch eine gute Nachricht

Die Bewahrung der Schöpfung ist möglich. Einen exakten Masterplan für die sozial-ökologische Transformation gibt es zwar nicht. Aber es gibt viel Wissen und viele gute Beispiele, die Handeln ermöglichen. Damit können wir den Earth Overshoot Day wieder nach hinten verschieben. Wenn wir die weltweite Lebensmittelverschwendung halbieren, verschieben wir den Überlastungstag um 11 Tage. Wenn wir nur noch halb so viel Auto fahren, schaffen wir weitere 12 Tage. Das Aufforsten von 350 Millionen Hektar Wald korrigiert den Overshoot Day um 8 Tage nach hinten. Halbieren wir den Fleischkonsum gewinnen wir weitere 5 Tage.

Reicht das?

Wer mitgezählt hat, stellt fest. Nanu, damit liegt der Erdüberlastungstag ja immer noch im September. Im grünen Bereich sind wir doch erst angekommen, wenn wir ihn über den 31.Dezember schieben. Die großen Stellschrauben lassen sich mit politischen Maßnahmen für Ökoroutine drehen. Damit sind 100 % erneuerbare Energie ebenso möglich, wie 100 % ökologische Landwirtschaft, nachhaltige Infrastruktur und Mobilität, nachhaltige Produktion, konsequente Abfallvermeidung, … Das müssen wir politisch einfordern, z.B. mit der aktuellen Petition vom Global Footprint Network.

Was können wir tun?

Und auf dem Weg dahin zählen alle Schritte. Brot für die Welt unterstützt nachhaltige Initiativen in vielen Ländern: Umweltschützer in Ecuador kämpfen gegen Erdölfirmen. In Argentinien verteidigen sich Indigene gegen großflächige Abholzungen des Agrobusiness.  In Brasilien wird die lokale Bio-Landwirtschaft wirksam gefördert. Und wir können bei uns anfangen. Wer seinen eigenen ökologischen Fußabdruck kennt, kann selbst eine nachhaltigere Lebensweise einüben. Das ist die Voraussetzung für den Wandel. Denn erst wenn es genügend Menschen gibt, die wissen, dass man vor Fahrradwegen, Urlaub im Inland und Gemüse keine Angst haben muss, traut sich auch die Politik an die Veränderung heran.

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