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„Paris reicht nicht aus“

Partnerstimmen zur Bonner Klimakonferenz: „Sympathie ist gut, aber nicht genug. Wir brauchen tatkräftige Solidarität, um in Zeiten des Klimawandels zu bestehen“, sagt Tetet Nera-Lauron, Aktivistin der Nichtregierungs-Organisation IBON International in den Philippinen.
Von Andreas Behn am 06.11.2017 - 21:03
Andreas BehnFreier Mitarbeiter

Tetet Nera-Lauron
Tetet Nera-Lauron

Erwartungen an die Bonner Klimakonferenz
Ich hoffe, dass die Regierungen den Geist des Pariser Klimaabkommens bewahren und sich davon inspirieren lassen. Vor zwei Jahren einigten sich die Delegierten aus aller Welt auf diesen globalen Vertrag, und nun ist es an der Zeit, ihn endlich konkret umzusetzen. Das bedeutet: Hier in Bonn muss eine Art User-Manual erstellt und verabschiedet werden, damit die Vorgaben von Paris mit eindeutigen Regeln in die Praxis aller Länder einfließt.

Natürlich werden wir hier auch wieder all die großen Klima-Debatten erleben - das wirkt auf mich immer wie ein Zurück ganz an den Anfang der Klimapolitik. Ich hoffe, nach den zwei Verhandlungswochen werden einige Hindernisse aus dem Weg geräumt sein, um mit der Umsetzung zu beginnen. Mehr noch, die Messlatte bei Emissionsminderung und Finanzzusagen sollte höher gelegt werden, denn die Paris-Beschlüsse reichen bei weitem nicht aus.

Klimaschäden in den Philippinen
In meinem Land bedeutet der Klimawandel Tod. Wir spüren die Veränderungen jetzt schon seit vielen Jahren. Jahr um Jahr wird es schlimmer. Es ist die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen Menschen in den Philippinen.

Was getan werden muss
Unsere Regierung muss konsequenter Klimaschutz betreiben. Oft wird vergessen, dass alle klimapolitischen Maßnahmen auch mit vernünftiger Sozialpolitik einhergehen müssen. Es gibt zwar Anstrengungen zur Förderung erneuerbarer Energien, doch gleichzeitig werden neue Kohlekraftwerke gebaut, das macht doch keinen Sinn. Statt die großen Probleme anzugehen, werden beispielsweise neue Lizenzen im Bergbau vergeben, die zu weiterer Umweltzerstörung führen, statt den Klimawandel zu stoppen.

 

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