Blog-Beitrag

Tanzen gegen Gewalt

Vier Vereine, über zehn Städte, ein Event! Die Escola Popular der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland unterstützt mit Capoeira Musik zum Teilen. Der Auftakt für das gemeinsame Projekt von Escola Popular und Brot für die Welt fand am 27. Januar mit über 120 Kindern und Eltern in Halle statt.
Von Johannes Küstner am 02.02.2018 - 18:11
Johannes KüstnerReferent für Bildung
+49 (0) 30 65211-1809E-Mail: johannes.kuestner@brot-fuer-die-welt.de
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Blogbeitrag von Ruben Marschall, Sozialpädagoge und Capoeira-Lehrer an der Escola Popular

Auftakt für die Kooperation

Am 27.01.2018 haben sich in Halle Kinder aus drei verschiedenen Bundesländern und acht verschiedenen Städten getroffen (Arnstadt, Brücken, Dresden, Erfurt, Halle, Riesa, Sangerhausen und Weimar), um gemeinsam die Auftaktveranstaltung für die Kooperation des Escola Popular in der EKM e.V. mit Brot für die Welt zu begehen.

Die Escola Popular macht seit 25 Jahren evangelische Bildungsarbeit mit Capoeira und Samba in der EKM und darüber hinaus. Seit zwei Jahren ist sie ein eigenes kirchliches Werk und seit diesem Jahr Kooperationspartner von Brot für die Welt

Kinder geben ihre Stimme für Brot für die Welt

Schon die erste Veranstaltung im Rahmen dieser Kooperation am 27.01.18 war ein echter Paukenschlag. Mit dem Ziel das Projekt "Musik zum Teilen" von Brot für die Welt zu unterstützen, welches ehemaligen Kindersoldaten im Kongo eine Berufsausbildung ermöglicht, ist es der Escola Popular gelungen, gleich mehrere Vereine zu begeistern und sich an einer ersten gemeinsamen Aktion zu beteiligen. Im Vorfeld wurden in allen Städten die Kinder vor der Kamera zum Projekt befragt und Eindrücke aus den Gruppen gesammelt. Aus dem Material wurde kurzer Hand ein erster Clip zusammengestellt. Schnell wurde klar, dass es neben der Tatsache, dass alle diese Kinder Capoeira trainieren, noch viel mehr Gemeinsamkeiten gibt.

Miteinander gegen Gewalt

In allen Gruppen steht das Miteinander im Vordergrund. Mit den Angriffs-und Verteidigungsbewegungen der Capoeira wird ein Dialog geformt. Ein Dialog ohne Worte, der jenseits von Gewinnen und Verlieren stattfindet. Damit das gelingen kann, müssen die Kinder lernen mit Ihren Impulsen und Gefühlen umzugehen. Das gilt auch für die negativen Gefühle, denn Gewalt bringt dich im Capoeiraspiel nicht weiter. Hans Jürgen Neumann (Leiter der Escola Popular) sieht hier eine Parallele zum Projekt: „Capoeira ist ein Spiel zwischen Angriff und Verteidigung, die Gewalt ist während des Spiels immer greifbar und doch darf sie nie ausbrechen. Auf diesem schmalen Grad zu balancieren ist eine Kunst, die wir in unserer pädagogischen Arbeit vermitteln. Es liegt daher für die Escola Popular besonders nah, dass Projekt „Musik zum Teilen“ zu unterstützen, welches es Kinder mit existenziell bedrohlichen Gewalterfahrungen hilft, wieder mit festen Füßen im Leben zu stehen. In der ersten Phase wollen wir zunächst Aufmerksamkeit für das Projekt gewinnen.“

Angebote für Gemeinden und Bildungseinrichtungen

Beim Auftakt in Halle ist das ganz wunderbar gelungen. Mehr als 120 Eltern und Kinder haben den ersten Funken begeistert aufgenommen. Doch es geht weiter, denn Escola Popular das ist auch Gemeinde für und mit Anderen. Die Angebote von Samba, Capoeira sowie der Banda Popular richten sich nicht nur an die Vereinsmitglieder sondern so H.-J. Neumann „auch an die Gemeinden, die wir gerne mit einen Workshop und unserem Gottesdienst Anders besuchen. Wir bieten Seminare und Workshops an Bildungseinrichtungen und für Menschen aller Altersstufen an. Gerne kommen wir auch zu Ihnen. Engagieren Sie sich mit uns!"

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