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Unsere Erwartungen an die COP23

Vom 6. bis 17. November kommen die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention 2017 zum 23. Mal zu einem Weltklimagipfel (COP23) in Bonn zusammen. Die Präsidentschaft der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz hat der pazifische Inselstaat Fidschi inne. Beim Klimagipfel steht einiges auf dem Spiel.
Von Sabine Minninger am 24.10.2017 - 17:57
Sabine MinningerReferentin für Klimapolitik
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Das Dorf Vunidogoloa in Fidschi ist vom Meeresspiegelanstieg so stark betroffen, dass es bereits 2012 umgesiedelt ist.

Dem Gipfeltreffen wird eine große Bedeutung zugemessen, da noch viele Modalitäten und technische Details geklärt werden müssen, damit das Pariser Klimaabkommen seine Wirkung in vollem Umfang entfalten kann. Das Abkommen an sich braucht klare Spielregeln für seine Umsetzung und muss gewährleisten, dass sich die Weltgemeinschaft auf einen klimaverträglichen Pfad zubewegt.

Beim Weltklimagipfel der Vereinten Nationen (COP21) im November 2015 haben alle 195 Staaten das Pariser Klimaabkommen verabschiedet. In dem ersten völkerrechtlich verbindlichenKlimavertrag verpflichten sich die Staaten, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad und auf möglichst unter 1,5 Grad zu beschränken.
Das Pariser Klimaabkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem die notwendige Zahl von Ratifizierungen erreicht worden war: Mindestens 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verursachen, waren zu diesem Zeitpunkt dem Abkommen beigetreten.
Die Präsidentschaft der diesjährigen Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) hat der pazifische Inselstaat Fidschi inne. Damit sitzt zum ersten Mal in der 23-jährigen Geschichte von UN-Klimagipfeln ein kleiner Inselstaat an der Spitze der Verhandlungen. Bisher hatten sich sehr kleine und besonders arme Staaten nicht getraut, die Verhandlungen zu leiten. Das lag auch daran, dass sie keinen geeigneten Ort für die erwarteten rund 20.000 Gipfelteilnehmer stellen können. Damit Fidschi in diesem Jahr die Präsidentschaft übernehmen kann, wurde als Austragungsort Bonn, Sitz des UN-Klimasekretariats, festgelegt.

Brot für die Welt steht an der Seite der ärmsten und verletzlichsten Staaten und fordert eine umfassende Schutzagenda für die Menschen, die jetzt schon besonders vom Klimawandel betroffen sind und Unterstützung in der Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verluste brauchen. Es ist ungerecht, dass zum Beispiel für klimabedingte Migration keine Gelder vorgesehen sind. Dabei sind in Fidschi bereits Dörfer in Umsiedlungsprozessen, da durch den Meeresspiegelanstieg ein Leben an der Küste zu gefährlich wird.

In unserem Erwartungspapier "Was beim Klimagipfel auf dem Spiel steht - Erwartungen von Brot für die Welt an den 23. Weltklimagipfel der Vereinten Nationen" stellen wir unsere Forderungen an die COP23. 

 

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