Blog-Beitrag

Verschwindenlassen in Kolumbien

"Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.", besagt Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Doch hinter den schlichten Worten verbergen sich bei Verletzung des Artikels 3 schwerwiegende Verbrechen. So auch bei Fällen des Verschwindenlassens in Kolumbien.
Von Melanie Bleil am 13.03.2018 - 15:08
Melanie BleilProjektbearbeiterin für Menschenrechte und Frieden
+49 (0)30 65211 1408E-Mail: melanie.bleil@brot-fuer-die-welt.de

Auch über ein Jahr nach dem Verschwindenlassen dreier Minderjähriger haben die Familienangehörigen und Freund*innen die Hoffnung sie wiederzufinden nicht aufgegeben.
Suche nach den Minderjährigen aus Usaquén, Bogotá.

Recht auf Leben und Freiheit und Sicherheit

Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte bestätigt das Recht aller Menschen auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Dieses Recht wird jedoch durch die Praxis des Verschwindenlassens verletzt. Die Auswirkungen haben schwerwiegende Folgen für die Opfer. Zu den Opfern zählen laut dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz vor Verschwindenlassen (Artikel 24) neben der verschwundenen Person auch alle weiteren Betroffenen wie Familienangehörige und Freund*innen. In Kolumbien ist Verschwindenlassen auch nach dem Friedensabkommen zwischen der FARC-Guerilla und Regierung gängige Praxis. Brot für die Welt unterstützt den Kampf gegen dieses Verbrechen und arbeitet mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen.

 

Aufarbeitung der Vergangenheit

Im Rahmen des Friedensprozesses in Kolumbien wurde zwischen der nationalen Regierung und der Guerillagruppe FARC-EP das Abkommen 062 geschlossen. Dieses Abkommen hat zum Ziel, das Leiden der verschwundenen Personen zu lindern und so ihre Rechte zu wahren. Dennoch beklagen Familienangehörige die nicht vorhandene Bereitschaft des Verteidigungsministeriums und des Militärs, Informationen über den Verbleib der Verschwundenen preiszugeben. So wächst ihre Angst, dass die Fälle von Verschwindenlassen, die von Vertreter*innen