Blog-Beitrag

Was sagt der Weltrisikobericht aus?

Die Verwundbarkeit der Länder weltweit gegenüber extremen Naturereignissen ist geringer geworden. Die Menschen sind im Durchschnitt besser für Naturgefahren wie Wirbelstürme oder Erdbeben gerüstet als noch vor fünf Jahren.
Von Kristine Arndt am 02.11.2017 - 12:24
Kristine ArndtRedakteurin für digitale Medien
+49 (0) 30 65211-1027E-Mail: dorit-kristine.arndt@brot-fuer-die-welt.de
mehr zur Person

Ein vom Taifun zerstörtes Haus auf den Philippinen.
Überproportional viele Insel- und Küstenstaaten sind unter den Ländern mit der höchsten Gefährdung. So auch die Philippinen.

Das Bündnis Entwicklung Hilft, dessen Mitglied Brot für die Welt ist,  stellt seinen neuen WeltRisikoBericht heute im Rahmen einer Fachtagung in Berlin vor. Der WeltRisikoIndex gibt für 171 Länder das durchschnittliche Risiko an, dass ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führt. Die globalen Hotspots des Katastrophenrisikos liegen, so die Fünfjahresanalyse, in Mittelamerika, West- und Zentralafrika, Südostasien und Ozeanien.

Arme Menschen sind überproportional von Katastrophen betroffen

Im Vergleich der Weltregionen ist das Katastrophenrisiko in Ozeanien am höchsten, in Europa am niedrigsten. Wer beispielsweise in instabilen Behausungen wohnt oder über ein geringes Einkommen verfügt, hat schlechtere Ausgangsbedingungen, um einem extremen Naturereignis zu trotzen. In Entwicklungsländern bedeuten extreme Naturereignisse daher für Betroffene oft akute Lebensgefahr und eine Zerstörung ihrer existenziellen Grundlage.

„Die Verwundbarkeit gegenüber extremen Naturereignissen hat in der globalen Betrachtung abgenommen. Viele Länder haben aus früheren Katastrophen gelernt und verbessern die Katstrophenprävention “, so Peter Mucke, Projektleiter WeltRisikoBericht und Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft.

Die Klimapolitik muss den Ärmsten gerecht werden

Doch Mucke warnt vor falschem Optimismus: „Extreme Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen nehmen auffallend zu. Klimaextreme wie langanhaltende Dürren werden in Zukunft häufiger vorkommen.“ Die geringere Verwundbarkeit würde möglicherweise aufgehoben durch eine höhere Exposition gegenüber Naturgefahren. Verbindliche Vereinbarungen, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen, und Fortschritte in der Entwicklungspolitik und Katastrophenprävention seien daher unverzichtbar, so Mucke.

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt setzt  auf den Weltklimagipfel in Bonn. Sie fordert von den Delegationen in Bonn neben konkreten finanziellen Zusagen aber auch Lösungen für den Umgang mit Schäden, die nicht mehr finanziell auszugleichen sind. „Geld ist wichtig, aber nicht genug: Der Verlust von Leben, Heimat, Identität oder Land in Folge des Klimawandels hat kein Preisschild, aber einen hohen Wert. Diesen Wert zu berücksichtigen, muss auch Teil des Schutzpaketes für betroffene Menschen werden“, fordert Füllkrug-Weitzel.

Der WeltRisikoBericht wird seit 2011 jährlich vom Bündnis Entwicklung Hilft veröffentlicht, der darin erhaltene WeltRisikoIndex wurde gemeinsam mit dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) entwickelt.

Bildergalerie: 

Auch Frau Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt besuchte die Fachtagung zum Weltrisikobericht.
Simone Pott, Vorstandsvorsitzende Bündnis Entwicklung Hilft, Deutsche Welthungerhilfe spricht ein Grußwort.

Blog Übersichten

Helfen Sie mit einer monatlichen Spende: Fördermitglied werden