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Wichtiges Signal aus dem Vatikan - "Über die Sorge für das gemeinsame Haus"

Von Annegret Zimmermann am 18.06.2015 - 14:57
Annegret ZimmermannEhemalige Mitarbeiterin
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Am 18. Juni 2015 wurde die Enzyklika zum Thema Ökologie und Schöpfung von Papst Franziskus, Oberhaupt von mehr als einer Milliarde Katholiken, veröffentlicht. Dies gilt als wichtiges Zeichen auf dem Weg zu einem globalen Abkommen zur Emissionsreduktion und zur vollständigen Dekarbonisierung der internationalen Wirtschaft, über die Ende des Jahres beim Klimagipfel in Paris verhandelt wird.

In diesem Dokument weist der Papst auf Ungleichheiten zwischen den Erdenbewohnern hin und stellt den Umweltschutz ins Zentrum seines Aufrufs. Der Raubbau des Einen geschieht auf Kosten des Anderen: "Unser Haus wird zerstört, und das fügt allen Schaden zu, vor allem den Ärmsten. Mein Appell richtet sich an die Verantwortung. Es geht um die Aufgabe, die Gott dem Menschen in der Schöpfung gab: Den Garten, in den er ihn gesetzt hat, zu bebauen und ihn zu hüten", sagte Franziskus. Damit zeigt der Papst deutlich auf, wie es um unsere Atmosphäre, dem Himmel über uns allen, steht. Als ein globales Gemeinschaftsgut wird er sorglos als Abfalldeponie für Treibhausgase benutzt.

Auch Hans Joachim Schellnhuber, einer der beratenden Klimawissenschaftler und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, unterstrich in seinem Vortrag zur Veröffentlichung der Enzyklika im Vatikan, dass die Armen, die am wenigsten von der Ausbeutung der fossilen Ressourcen profitiert haben und die am wenigsten zum weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen beitragen von den Folgen der globalen Erwärmung am härtesten getroffen werden.

Die Inhalte der Veröffentlichung basieren auf Erkenntnissen der Klimawissenschaft und sind nicht unbedingt neu, doch das Signal seitens der katholischen Kirche ist revolutionär. Franziskus‘ Ansatz ist sozialkritisch und geht über ökologische Fragestellungen hinaus. Sein Aufruf zur ökologischen Wende ist in jedem Falle ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Botschaft von der Achtung der Schöpfung als Lebensgrundlage für uns alle ist schon recht alt. Nun ist es an der Zeit sie gemeinsam umzusetzen, indem wir die Emissionen unverzüglich reduzieren!

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