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„Familiäre Landwirtschaft muss gefördert werden“

Partnerstimmen zur 11. WTO-Ministerkonferenz: „Bei uns herrscht eine unvorstellbare Konzentration des Reichtums in den Händen ganz Weniger. Dies ist auch Folge der Handelspolitik, die in der WTO vertreten wird“,.sagt Joseanair Hermes von Caritas Brasilien.
Von Andreas Behn am 12.12.2017 - 04:22
Andreas BehnFreier Mitarbeiter

Joseanair Hermes
Joseanair Hermes

Erwartungen an die WTO-Konferenz
Viel Positives ist nicht zu erwarten. Hier in Buenos Aires geht es darum, weltweite Handelsregeln zu schaffen, zu verschärfen oder zumindest zu bestätigen, die gerade nicht dazu führen, eine gerechte Weltwirtschaft zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen die Interessen von großen Unternehmen, aber nicht die der Menschen in ärmeren Ländern. Das Sagen hat eine kleine Handvoll von Konzernen – meist unterstützt von ihren Ländern -, die einen Großteil des internationalen Handels kontrollieren.

Folgen des Freihandels in Brasilien
Ein Beispiel: Jüngst erschien eine Studie, derzufolge gerade mal sechs Unternehmen so viel Reichtum - und damit Macht und Einfluss – besitzen wie die Hälfte der Bevölkerung, also über 100 Millionen Menschen. Bei uns herrscht eine unvorstellbare Konzentration des Reichtums in den Händen ganz Weniger. Dies ist auch Folge der Handelspolitik, die in der WTO vertreten wird: Es geht nicht um soziale Belange, sondern um Gewinnmaximierung. Und es ist bestimmt kein Zufall, das diese Konferenz jetzt in Lateinamerika stattfindet. Die Liberalisierung des Handels soll hier beschleunigt werden.

Was muss verändert werden
In Brasilien muss unbedingt das Gefälle zwischen Land und Stadt thematisiert werden. Auf dem Land sollte nicht die industrielle Agrarwirtschaft gefördert werden, sondern die familiäre Landwirtschaft. Sie ist es, die die meisten Lebensmittel für unsere Bevölkerung produziert. Gerechte Handelspolitik muss darauf hinauslaufen, die Lebensbedingungen der Landbevölkerung zu verbessern und gesündere Lebensmittel herzustellen.

 

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