Blog-Beitrag

Zehn Jahre Fairtrade-Towns-Kampagne

Neben der Hauptstadt des Fairen Handels 2019 wird dieses Jahr auch das zehnjährige Jubiläum der Fair Trade Towns Kampagne gefeiert.
Von Teresa Hoffmann am 28.09.2019 - 18:49
Teresa HoffmannReferentin Fairer Handel
+49 (0) 30 65211-1977E-Mail: teresa.hoffmann@brot-fuer-die-welt.de

Seit 2016 ist Quito, die Hauptstadt Ecuadors, deklarierte Fairtrade- Town

Fair-Trade Towns Kampagne verankert Fairen Handel in Städten und Gemeinden

Es gibt sie in Ghana, Brasilien, Wales oder Deutschland - Mittlerweile sind über 2100 Städte als Fairtrade-Towns ausgezeichnet. Und es werden immer mehr. Wie wichtig die Fairtrade-Towns-Kampagne für den Fairen Handel ist, wurde auch während der diesjährigen Internationalen Fair Handels-Konferenz in Lima deutlich. Im Globalen Süden nimmt die Kampagne aktuell vor allem in Lateinamerika Fahrt auf. Städte und Gemeinden spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs) und können durch das Engagement und die Verankerung des Fairen Handels einen großen Beitrag leisten.

Die Fairtrade-Towns-Kampagne fördert das Bewusstsein von Konsumentinnen und Konsumenten über globale Wertschöpfungsketten, ein breites Angebot an fair gehandelten Produkten sowie die Verankerung des Fairen Handels im Beschaffungswesen. Sagrario Angulo, Repräsentantin und Schlüsselperson der Fairtrade-Towns-Kampagne in Quito, hat auf der WFTO-Konferenz berichtet, welche Herausforderungen die Hauptstadt Ecuadors überwinden musste, damit sie Fairtrade-Stadt wurde. Der größte Erfolg dabei sei bisher die Verankerung des Fairen Handels in der Verfassung von Ecuador. Auch der Stadtrat sei in der Umsetzung der Kriterien einer Fairtrade-Town sehr engagiert und bemühe sich beispielweise, das Bildungsangebot zum Fairen Handel in Schulen zu verbessern. Die Auseinandersetzung mit alternativen Handels- und Wirtschaftsmodellen wie dem ‚Buen vivir‘ oder solidarischem Wirtschaften hat in Ecuador Tradition. Es ist somit nicht verwunderlich, dass Quito als Vorzeigebeispiel für Ansätze alternativen Wirtschaftens und einer engagierten Fairtrade- Town gilt. Wenn man es ernst meint, so Sagrario Angulo, geht die Arbeit aber nach der Deklaration als Fairtrade-Town erst so richtig los. Sie betont, dass die Kampagne und die Förderung des Fairen Handels das Engagement der Bürgerinnen und Bürger benötigt. Sie müssen die Kampagne leben und vorantreiben. Als Anerkennung für das große Engagement der Stadt wurde Quito als Austragungsort der internationalen Fairtrade-Towns- Konferenz 2020 gewählt.

Hauptstadt des Fairen Handels 2019 in Deutschland

Während in Lateinamerika die Fairtrade-Towns-Kampagne noch am Anfang steht, gibt es in Deutschland bereits 600 Städte, die sich dem Fairen Handel verschrieben haben. Darunter sind zum Beispiel Saarbrücken, Leipzig oder Nürnberg. Alljährlich gibt es einen Wettbewerb zur Hauptstadt des Fairen Handels. Dieser wird von der Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt" organisiert. Bewerben können sich alle Kommunen in Deutschland. Auch dieses Jahr haben sich wieder über 100 Städte und Gemeinden mit kreativen Ideen und nachhaltigen Konzepten um den Titel beworben.

Gewonnen hat 2019 Neumarkt in der Oberpfalz. Die Stadt in Bayern engagiert sich seit vielen Jahren im Fairen Handel durch zahlreiche kreative Ideen, Maßnahmen zur Verankerung des Fairen Handels im Beschaffungswesen und der Umsetzung SDGs vor Ort. Neumarkt hat sich den Titel somit mehr als verdient – Herzlichen Glückwunsch!

Brot für die Welt engagiert sich seit fast 50 Jahren in der Fair Handels Bewegung. Zu Stärkung des Fairen Handels im Globalen Süden unterstützt Brot für die Welt die Fairtrade-Towns-Kampagne, insbesondere in Lateinamerika. Gemeinsam mit den Produzentennetzwerken WFTO-Lateinamerika und der CLAC wird beispielsweise die Entwicklung eines regionalen Strategieplans für Fairtrade-Towns unterstützt.

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